Draußen ist Februar: ein Monat, der sich gern als grauer Flur zwischen Neujahrsvorsätzen und Frühlingsgefühlen tarnt. Drinnen ist Freitag: der Tag, der so tut, als sei er nur der kleine Bruder vom Wochenende, dabei ist er oft der eigentliche Regisseur. Heute lohnt es sich, ihm die Hauptrolle zu geben.
Die Nachrichtenlage bleibt, wie sie ist: laut, schnell, manchmal schwer. Und genau deshalb braucht es diese kleinen, unaufgeregten Gegenbewegungen im Alltag. Nicht als Weltflucht, sondern als Weltpflege. Der Freitag eignet sich dafür besonders gut, weil er schon ein bisschen nach Ausatmen riecht, aber noch genug Struktur hat, um Dinge wirklich zu verändern. Ein Gespräch, das man nicht auf „nächste Woche“ schiebt. Eine Aufgabe, die man sauber abschließt, statt sie mit ins Wochenende zu schleppen wie einen nassen Regenschirm.
Auch kulturell ist gerade die Zeit der Vorfreude: Erste Festival-Programme werden diskutiert, Tourdaten angekündigt, Bücher stapeln sich auf den „Diese Saison“-Tischen. Es ist dieser Moment im Jahr, in dem man wieder merkt: Da kommt noch was. Und das gilt nicht nur für den Veranstaltungskalender, sondern auch für die eigene Stimmung. Man muss den Frühling nicht herbeizwingen. Man kann ihn einladen, indem man heute etwas tut, das nach Aufbruch aussieht – im Kleinen.
Nimm dir zum Schluss drei Minuten und schreib drei Sätze auf: Was war diese Woche gut? Was darf weg? Und was willst du heute noch so erledigen, dass dein Montag dir später dankbar ist? Dann geh los – mit Winter draußen und ein bisschen Sonne im Kopf.